Orthopädie

Die Orthopädie ist eine Fachdisziplin der Medizin. Sie beschäftigt sich im Wesentlichen mit dem Bewegungs- und Haltungsapparat des Menschen.

Es gibt viele Überlappungsgebiete mit anderen Fachrichtungen insbesondere der Neurologie und Neurochirurgie, da bestimmte Erkrankungen von beiden Fachrichtungen therapiert werden können.

Das Verstehen der Orthopädie erfordert viel biomechanisches Verständnis über Hebelkräfte, Druck- und Zugbelastung und Kraftverteilung.

Menschliche Gelenke gibt es in verschieden Formen wie Scharniergelenke, Kugelgelenke, Sattelgelenke, Eigelenke uvm.. Trotzdem sind sie mit mechanischen Gelenken nur begrenzt vergleichbar, da die Bewegungen, die in unserem Körper ablaufen viel komplexer sind als die Beschränkung auf nur eine oder zwei Bewegungsrichtungen.

Am Beispiel des Kniegelenkes kann man die Komplexität der Orthopädie sehr gut erklären.

Vereinfacht gesehen handelt es sich beim Kniegelenk um ein sogenanntes Scharniergelenk mit einer Bewegungsrichtung. Der Oberschenkel (Femur) und das Schienbein (Tibia) sind nur locker durch die Kapsel und die Bänder (Seitenbänder, vorderes und hinteres Kreuzband) miteinander verbunden. Da bedeutet, dass das Schienbein (Tibia) frei um den Oberschenkel (Femur) dreht. Hierdurch ist es möglich, dass sich das Kniegelenk in Grenzen in allen Bewegungsrichtungen bewegen kann.

Dieses ist auch notwendig, da es sich das Beugen und Strecken des Kniegelenkes nicht um eine einfache Scharnierbewegung handelt, sondern medizinisch bezeichnet, um eine so genannte Dreh-Gleit-Bewegung. Mit zunehmender Beugung gleitet das Schienbein zunehmend nach hinten um die Oberschenkelrolle herum. Beim Strecken kommt es kurz vor der vollständigen Streckung zu einer kleinen Außenrotation.
Nur mit diesen Bewegungsmodifikationen ist es dem Kniegelenk mögliche seien vollen Bewegungsumfang zu erreichen und dabei „theoretisch“ ein Leben lang verschleißarm zu funktionieren.

Der häufigste Grund in der Orthopädie, warum ein Patient einen Arzt aufsucht sind Rückenschmerzen. Bei Rückenschmerzen handelt es sich um eine komplexe Erkrankung die verschiedene Ursachen haben kann.

Die zwei häufigsten Gründe für Rückenschmerzen sind verschleißbedingte Veränderungen an der Wirbelsäule (Bandscheibenvorfall, Facettensyndrom, Wirbelgleiten, etc.) und psychischer Stress jeglicher Art.

In den meisten Fällen liegen weder ausschließlich der eine oder der andere Grund für Rückenschmerzen vor. Den Anteil der Ursache der Schmerzen eindeutig auszuloten ist mitunter jedoch sehr schwierig.

Viele Patienten, die eine Sprechstunde in der Orthopädie besuchen, kennen diesen Zusammenhang nicht. Schmerzen verstärken sich häufig sich durch psychischen Stress. So können Veränderungen an der Wirbelsäule, die bisher nur gelegentlich wahrgenommen wurden, plötzlich chronische Beschwerden verursachen.

Ein Hinweis auf diese Tatsache führt häufig zu entrüsteten Antwort: „Herr Doktor, ich hab´s doch nicht am Kopf“. Daher ist ein sensibles Umgehen mit dieser Erkrankungskombination notwendig.

Stress jeglicher Art führt unbewusst zu einer Verstärkung der Muskelanspannung. Vergleichbar ist die menschliche Wirbelsäule mit dem Mast eines Schiffes. Die Muskulatur sind die Taue, die den Masten rechts und links halten.  Wenn die Taue rechts und links kräftig angespannt werden, bleibt der Mast weiterhin gerade stehen, ächzt jedoch unter der Last, Rückenschmerzen entstehen.

Neben der medikamentösen Therapie der Rückenschmerzen können kleinere Entspannungstechniken wie die progressive Muskelentspannung (PME) nach Jakobson sehr erfolgreich wirken. Bei der progressiven Muskelentspannung kann durch gezieltes Anspannen und Entspannen von Muskelgruppen eine geistige aber auch muskuläre Entspannung herbeigeführt werden, die häufig nachhaltige Effekte auf das Schmerzempfinden von Rückenschmerzen hat.

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